Artikel zur Schnittfestigkeit von Seilen , Berg und Steigen

    • Official Post

    Vorwort: Über die Jahre scheinen die Autoren die UV Stabilität der verschiedenen Materialien wohl einfach zu würfeln. Man beachte was in diesem Artikel steht und was in einer der Quellenangaben zu finden ist, siehe Bild aus BuS 3/12.






    Hier wurde Aramid als gut UV beständig aufgelistet ( falsch ! ) .
    Ich frage mich schon ernsthaft wie gut die Artikel in Berg und steigen sonst recherchiert sind.

    In nachfolgendem Artikel werden ja genau Aramidfasern eingeflochten um mehr Schnittfestigkeit zu generieren.:hä:

    Zum Vergleich die Tabelle der Materialien aus nachfolgendem Artikel.



    Böse Zungen behaupten ja das der Werbeaspekt in Bergsportmagazinen wichtiger sei als inhaltliche Aspekte...


    https://www.bergundsteigen.com…em_NVq_zfdgjkPbwNi4zX108g



    Und 2009 stand in der Berundsteigen:



    Bei Bandschlingen gilt aktuell die Aussage, dass PA Schlingen UV resistenter als Dyneema Schlingen wären, aber den Artikel in dem Schlingen getestet wurden finde ich spontan nicht mehr.

    Schon alles etwas suspekt was über die Jahre erzählt wurde.

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    :kaffee2:

    • Official Post

    Die allgemeine Klassifizierung der UV-Beständigkeit kann irreführend sein, wenn man sie nicht im Kontext des spezifischen Schadensmechanismus und der Anwendung (Kletterschlingen, die der Witterung ausgesetzt sind) betrachtet.

    Der scheinbare Widerspruch erklärt sich durch den unterschiedlichen Mechanismus der UV-Schädigung in den beiden Materialien:

    1. Polyamid (PA) – Sichtbare Alterung

    • UV-Beständigkeit (Allgemein): Mittelmäßig/Empfindlich.
    • Schadensmechanismus: UV-Strahlen dringen bei Polyamid (Nylon) nur sehr oberflächlich in das Material ein.
    • Folge: Die Festigkeitsreduzierung betrifft primär die äußere Schicht. Das Material beginnt, äußerlich sichtbar zu zerfallen (es wird "pelzig", splisst auf). Dies dient als optisches Warnsignal, dass die Schlinge altert, während der innere Kern noch relativ lange eine Restfestigkeit behält.

    2. Dyneema (UHMWPE) – Unsichtbare Alterung

    • UV-Beständigkeit (Allgemein): Mittel.
    • Schadensmechanismus: Dyneema (Polyethylen) absorbiert kaum UV-Strahlung, ABER die Strahlung dringt sehr tief in den Werkstoff ein (große Eindringtiefe).
    • Folge (Sicherheitsrelevant): Die Schädigung verteilt sich über den gesamten Querschnitt der Faser. Dyneema ist extrem glatt und zeigt keine sichtbaren Alterungserscheinungen (kein Aufspleißen oder Pelzigwerden), während die Bruchlast intern rapide abfällt. Die Festigkeitsreduzierung erfolgt schneller und ohne äußere Anzeichen, was sie an exponierten Standplätzen zur deutlich kritischeren Wahl macht.

    Fazit für die Praxis

    Die Tests, (z.B. jene des DAV), zeigen, dass die kurzfristige, sicherheitsrelevante Alterung von Dyneema in der Praxis schneller und tückischer ist, weil:

    1. Schnellerer Festigkeitsverlust: Obwohl die theoretische UV-Beständigkeit als "mittel" eingestuft wird, zeigen Dyneema-Schlingen nach wenigen Jahren in der Sonne (ca. 3–5 Jahre) oft einen kritischen Abfall der Bruchlast.
    2. Keine Warnsignale: Die Alterung ist unsichtbar. Polyamid-Schlingen geben durch ihre sichtbare Degradation ein deutliches Zeichen, dass sie ausgetauscht werden müssen.

    Daher die wichtige Faustregel im Bergsport: Freiliegende Dyneema-Schlingen an Standplätzen oder Sanduhren sind aufgrund der unsichtbaren und schnellen Festigkeitsabnahme kritischer zu sehen als Polyamid-Schlingen, selbst wenn beide theoretisch als UV-empfindlich gelten.

    Mantel-Kern Konstruktionen (Seile / Reepschnüre) werden durch den Mantel (meist Polyamid 6/6 oder Polyamid 6/PA) sehr gut vor UV-Strahlung geschützt. Der Mantel wirkt als Schutzschild, wodurch die empfindlichere und tragende Kernkonstruktion (ebenfalls Polyamid oder bei manchen Reepschnüren Aramid/Dyneema) größtenteils von den schädigenden Strahlen abgeschirmt wird. Daher kann man bei der UV-Alterung von Seilen und in den meisten Fällen auch von ummantelten Reepschnüren entspannter umgehen.

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