Update Reibungsverstärker / Sicherungsassistenten

    • Offizieller Beitrag

    Wir haben in den letzten Wochen weitere Sturztests mit verschiedenen Reibungsverstärkern und Sicherungsassistenten durchgeführt.


    Die wesentlichen Erkenntnisse aus diesen Tests fassen wir hier zusammen.

    Wer unser Video "GETESTET" kennt, wird hier keine bahnbrechenden Neuigkeiten finden, denn die Ergebnisse bestätigen unsere bisherigen Feststellungen: Alle getesteten Geräte funktionieren, reagieren aber extrem stark auf die Eigenschaften des verwendeten Seils. Die Unterschiede sind dabei teilweise enorm.


    Besonders positiv ist uns erneut das neue Ohmega aufgefallen. Es ist unschlagbar klein und handlich und gleichzeitig in seiner Funktionalität ganz weit vorn. Wir haben es auch bereits an mehrere Seilschaften verliehen, die bisher das alte Ohm genutzt haben. Alle waren durchweg begeistert.


    Grundsätzlich gilt: Fast jedes neue Gerät ist besser als das alte Ohm oder Ohm2. Trotzdem müssen wir das ZAED hier erneut kritisch hervorheben, da seine Bremswirkung mit dünnen Seilen unserer Meinung nach an die Grenze des Vertretbaren stößt. In unserem Video haben wir es mit einem nagelneuen 9,6-mm-Seil getestet, und hier war das ZAED in puncto Bremswirkung das klare Schlusslicht.

    Erst mit einem gut benutzten 10-mm-Seil bremste es ordentlich. Das ZAED ist einfach extrem seilsensibel, und wir gehen davon aus, dass sich dies bei den bald erscheinenden Modellen ZAED Mini und ZAED Pro kaum ändern wird. Raed Climbing hat auf konkrete Nachfragen einfach die Frage gelöscht ( YT ) anstatt uns Auskunft zu geben ! Nicht sehr professionell !


    Auch die BAUER-Geräte sind in ihrer Funktion ganz vorne mit dabei. Ihr großer Vorteil: Man muss nichts einstellen, kann stehen, wo man will, und das Gerät funktioniert trotzdem einwandfrei. Aber auch hier macht sich der Seilfaktor bemerkbar: Je dicker und flauschiger das Seil, desto größer die Bremswirkung.

    Leider habe ich in den letzten Wochen im Netz diverse Diskussionen und Meinungen zu diesen Geräten gelesen, doch die wenigsten erwähnen dabei, welche Seile sie verwendet haben. Dabei ist das ein entscheidender Faktor! Mit einem dicken, alten Strick bremst jedes Gerät besser als mit einem dünnen, neuen Seil.

    Aussagen in den sozialen Medien, dass man mit einem bestimmten Gerät nicht weich sichern könne, müssen stark relativiert werden. Wie ich bereits im Video erklärt habe, geben die Geräte die Möglichkeit dazu her – aber nicht alle Sichernden können diese Technik auch umsetzen.

    Für diejenigen die das Video nicht kennen, nochmal der Link dazu.

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    :kaffee2:

  • Wir kamen jetzt in den Genuss das Ohmega zu testen.

    Ist schon ein tolles kleines Gerät.

    Also die größe und Gewicht ist ein klarer Vorteil.

    Zum Sturz ins Gerät können wir nichts sagen da nicht getestet.


    Haben es nur einmal auf Stufe 2 testen können und für uns als optimal empfunden vergleichbar mit dem espressi Lite.


    Den Seilzug würde ich auch vergleichbar mit dem espressi setzen.


    Als Nachteil sehe ich allerdings besonders auf Stufe 2 die Bandschlinge an der schon deutlich Schleifspuren vom Seil zu sehen waren und die Rolle die wahrscheinlich irgendwann schwergängiger werden wird.


    Sowie das es nicht positions unabhängig funktioniert.

    • Offizieller Beitrag

    Ja, das Thema Haltbarkeit der Schlinge, die aber gemäß Edelrid als Tauschteil ausgeführt sein soll, sowie der Rolle, wird man sehen müssen.

    Die Rolle soll ja 200.000 Meter halten.

    Bei 20 Metern pro Ablassvorgang (großzügig gerechnet), sollten das 10.000 Ablassvorgänge sein.

    Wir klettern ca. 1.000 Mal Ablassen pro Jahr, was bedeutet, die Rolle sollte uns, würden wir jedes Mal das Ohmega benutzen, 10 Jahre halten.


    Wer extrem viel Klettert, könnte das auch in 2 Jahren zusammenbekommen, man wir sehen.


    Ich habe Bilder von einem Bauer-Gerät bekommen, das durch Benutzung draußen (mit Schmutz im Seil) auch stark gelitten hat.


    Nichts hält ewig, aber genau deswegen erkläre ich oft, warum Seile zu waschen, beziehungsweise generell saubere Seile zu benutzen, so wichtig ist.

    Nicht nur das Seil selbst, sondern alle Geräte, die damit in Berührung kommen, halten länger beziehungsweise verschleißen schneller, je nach Verschmutzungsgrad des Seils.

    Die Rolle am Ohm sollte, da sie sich dreht, erst einmal relativ problemlos sein, von Anwendungen als Toprope-Station abgesehen.

    Aber irgendjemand wird bestimmt bald testen, was passiert, wenn das Ohmega so richtig schmutzig geworden ist und was dann die Rolle tut.

    • Offizieller Beitrag

    So, nun also auch Bergundsteigen mit einem Bericht, und endlich auch mit den Messwerten, die ich bei der DAV Sicherheitsforschung vermisst habe.

    Leider nur mit einem total unüblichen 10,5mm Seil.
    "Es fällt auf: Bei den Sturzversuchen mit dickem Seil

    wurden bei den meisten Geräten deutlich höhere Kompen-

    sationswerte als mit dünnem Seil erzielt. In der Praxis muss

    dies unbedingt berücksichtigt werden."
    Die Messwerte hat man leider auch unterschlagen, bei dem im Test verwendeten 8,6mm Seil war die Bremswirkung bei einigen Geräten vermutlich kritisch, und das bei "nur" 10Kg Unterschied !


    Gerade beim ZAED ist die Bremswirkung mit einem dünneren Seil eher grenzwertig gering.
    Mit diesem fetten Strick scheinen die Werte brauchbar, ACHTUNG das täuscht!



    https://assets.bergundsteigen.…sgleich-beim-Klettern.pdf


    hier die Werte extrahiert:


    Höhe (m)Ohmega St.2Ohmega St.3OhmEspressi liteEspressi basicZorroZaed St.1Zaed St.2Zaed St.3Mammut Assist Boost ModeMammut Assist Exe
    1,420,240,110,421,291,121,151,531,120,710,2750,459
    beta1,121,612,11,721,191,191,171,061,071,221,881,89
    f1 vor Gerät2,52,743,193,112,592,452,422,352,412,543,183,44
    f2 nach Gerät2,231,71,521,812,172,062,062,222,252,081,691,82
    f3 Kletterer3,523,84,44,33,543,43,423,483,463,64,84,32
    f4 Umlenkung6,026,547,587,346,085,765,725,845,826,146,887,50*
    • Offizieller Beitrag

    Habe am 22.11.25 nun endlich mal Zeit gefunden das ZAED mini kurz auszuprobieren.

    Auf Stufe 1 ist die Bremswirkung mit neuem 9,6mm Seil immer noch sehr gering.
    Auf Stufe 2 ( wie das Vorgängermodell ) OK

    Ich rede hier u.a. über das ZAED mini

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    Und hier ein Teil des Tests.

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    :kaffee2:

  • Wir haben über den Winter eher gebouldert und daher nur sporadisch die Reibungsverstärker weiter getestet.


    Dabei fällt jedoch immer wieder stark auf, dass der Seilzustand eine enorme Rolle für die Bremswirkung spielt.
    Ebenso hat das Verhalten des Sicherers massive Konsequenzen:
    So führt ein straffes Seil im Sturzfall praktisch zur sofortigen Aktivierung von Ohmega, ZAED oder ZAED mini.
    Je nach Gewichtsverhältnis in der Seilschaft, dem Routenverlauf und dem verwendeten Seil kann das unter Umständen zu einem unangenehmen Wandeinschlag führen.


    Ich habe in den Tiefen von Social Media mal jemanden erlebt, der vehement behauptete, dass man mit dem Reibungsverstärker X nicht weich sichern könne. Das stimmt so einfach nicht.

    Während meine Frau mich neulich mehrfach hart gesichert hat (ich bin schwerer als sie), haben wir den Spieß umgedreht: In der exakt gleichen Konfiguration habe ich sie sehr wohl weich gesichert.
    ( Das Muster wiederholt sich bei meiner Gattin häufiger, sie hat da eher ein schlechtes motorisches Gedächtnis und sichert gerne zu hart, nachdem sie eine Weile ohne Reibungsvertärker gesichert hatte. Und das geht eigentlich jedem so, deswegen muss man üben, üben, üben... )

    Reibungsverstärker verstärken eben die Sicherungsmuster des Sichernden. Gibt dieser zu wenig Seil oder setzt einen zu harten Impuls, reagieren die oben genannten Geräte fast sofort. Einmal in den Seilverlauf gedreht, setzt die Bremswirkung mehr oder weniger abrupt ein.

    Long story short: Man muss das eben üben, üben, üben.

    Alle Reibungsverstärker lassen dynamisches Sichern prinzipiell zu – das alte OHM / OHM 2 allerdings nur in sehr überschaubaren Grenzen. Der Rest hängt insbesondere vom Seilzustand und vom Sichernden ab.

    Die deutlich massiveren (schwereren) BAUER Geräte, habe hier einen Vorteil, sie werden nicht so leicht ungewollt aktiviert.
    ( durch etwas zu straffes Seil, oder minimalen Widerstand vom Seil selbst.
    Es reagiert deutlich zahmer, wenn man weich sichern möchte.
    Das Ansprechverhalten der BAUER ist mit einigem Abstand uns das angenehmste.
    Es unterstützt den Sicherungsvorgang ohne das Seil zu krass zu bremsen. ( Bei moderaten Gewichtsunterschieden )

    Will man natürlich eine deutlich schwerere Person sichern, nehmts gern ein dickeres Seil und ggf. auch noch ein Gerät mit aggressiver Bremskennlinie.
    Wie das Mammut Assist ? Mein Test dazu steht noch aus, da noch nicht zu kaufen.
    Das Ohmega oder das ZAED jeweils auf Stufe 3 Bremsen mit dickeren und gut benutzen Seilen auch sehr stark, gefühlt sogar stärker als die BAUER.

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    :kaffee2:

  • Es gab wohl einen kleinen Unfall durch Selbstaushängen des Ohmegas am Fels.

    Edelrid hat die Bedienungsanleitung daher wie folgt angepasst:

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    :kaffee2:

  • h773

    Hat den Titel des Themas von „Update Reibungsverstärker / Sicherungsassistenten - Ohmega, BAUER Espressi light / basic / zorro , ZAED“ zu „Update Reibungsverstärker / Sicherungsassistenten“ geändert.
  • das hab ich auch schon gesehen.

    Aber das stellen sich mir zwei Fragen

    1. wie verhält sich das mit zwei Karabinern in einem Bohrhaken, wenn die sich verkeilen?

    2. man darf doch beim Ohmega nicht direkt drunter stehen, was durch die Exe ja dann so wäre

  • Für mich ist das alles mit der Zusatzexprese zum Ohmega auch neu und ich kann nur spekulieren. Du sprichst da prinzipiell zwei gute Aspekte an.


    Zu 1.

    In der Regel passen zwei schlanke Karabiner ganz gut in eine Bohrhakenlasche, aber es gibt auch andere Modelle. Ich denke da insbesondere an die in Frankreich häufig verwendeten Gerüstösen; da funktioniert das, wie Edelrid das abbildet, schon mal gar nicht. Da passt nur ein Karabiner rein.

    Was mich dazu bringt – und in Verbindung mit Punkt 2 auch mehr Luft brächte –, die Expresse ggf. in den Karabiner vom Ohmega zu klippen und nicht in den Haken.

    Aber alles im Nebel herumgeraten; ich habe das so wie oben abgebildet noch nie benutzt und werde es vermutlich auch nie tun. Das Ganze erscheint mir als sehr unwahrscheinlich und übertrieben vorsichtig – typisch Hersteller, um ja nicht haftbar zu sein.

    In der Regel steht man so weit weg vom Fels, dass im Sturzfall das Ohmega vom Fels weggezogen würde und sich eigentlich gar nie so komisch mit einem Felsvorsprung verkanten kann. Klar kann das natürlich in seltenen Fällen mal eine sehr komische Wand sein, wo dann das gezeigte Setup evtl. noch sicherer wäre, für den Fall, dass jemand direkt ins Ohmega fällt und sich das dann öffnet. Aber Sicherheitsüberlegungen muss man immer konkret an der Location anstellen, an der man klettert.

    Wenn die Route so schwer ist, dass man in den ersten Haken stürzen kann und der so ungünstig platziert ist, dass das Ohmega sich öffnen könnte, wäre es ggf. eh schlau, mit einem Clipstick die zweite Expresse ebenfalls zu klippen. Oder man klippt in den Karabiner vom Ohmega noch eine dünne Bandschlinge dazu und an deren Ende einen Seilkarabiner, der dann eben ähnlich der Anleitung von Edelrid mitgeklippt wird. Dann hätte man nur eine Sache zu klippen und das Setup wäre so luftig, dass der Hintersicherungskarabiner die Bewegung des Ohmega bzw. des Seils nicht limitiert.

    Aber wie gesagt: alles rein spekulativ und ich sehe da eigentlich auch kein echtes Problem.

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    :kaffee2:

  • Wir waren zwei Wochen lang klettern.

    Kurz vor der Abreise wurde ich von Ben („Hard is Easy“, YouTube) kontaktiert, da er für sein Video zu diesem Thema einige Fragen zu den Geräten hatte.

    Leider hatte er sich kein BAUER-Gerät besorgt, da er diese für unwichtig hielt, weil sie in keinem englischsprachigen Shop erhältlich sind. Ich habe ihm zwar alles erklärt, was ich zu den verschiedenen Geräten sagen konnte, und versucht ihm klarzumachen, dass der Test ohne das BAUER nicht vollständig sei, aber er steckte wohl schon mitten in den Testreihen. Er wollte nicht mehr warten, bis ich ihm Testgeräte zusende, was ich ihm angeboten hatte.

    Ich habe auch Matthias von BAUER&More informiert, bin dann aber in den Urlaub gefahren. Mein PC blieb zu Hause – sonst wäre es ja kein Urlaub.

    Es wird vermutlich in dem Video von „Hard is Easy“ zum Thema Sicherungsassistenten keinen Vergleich mit den BAUER-Geräten geben, was sehr schade ist.

    Side Note aus dem Gespräch:
    Ben hat das Assist von Mammut wohl schon seit einem Jahr zum Testen, hatte aber noch nie ein BAUER in der Hand. Schöne neue Influencer-Welt.

    Aber ich habe ja in seinen Videos schon öfter bemerkt, dass ihm einiges nicht wirklich vertraut war von dem was er so auf YT gezeigt hat.
    Auch sehr befremdlich, dass er es plötzlich wohl so eilig hatte mit dem "Test" dass er nicht warten wollte, bis ich oder Matthias ihm ein Gerät zusenden, oder etwa doch ? Ich bin gespannt was er in seinem Video zeigen wird...

    P.S. Ich habe ganz vorbildlich ständig das Ohmega und das ZAED mini in der Gegend herumgetragen und es nie benutzt. :wand:

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